Studium in Rumänien

Ein Studium in Rumänien? Das hört sich irgendwie sonderbar an, so als wäre es ein Gegensatz in sich. Vermutlich liegt das an den Vorstellungen, die sich mit Rumänien verbinden. Schlagworte wie „Armenhaus Europas“ gehen einem durch den Kopf und man fragt sich, ob die Universitäten dort überhaupt einen nennenswerten Standard haben. Ausländische Studienanfänger sehen sich vor massive Fremdsprachenprobleme gestellt. Denn wer spricht schon die Sprache dieses ehemaligen Ostblocklandes? Es wird Zeit, diese Ansichten, zumindest in vielen Bereichen, nicht als Vorurteile behandeln. In Rumänien hat sich in den Jahren nach der Revolution einiges geändert. Dazu gehört auch die Hochschullandschaft.

Rumäniens Hochschulsystem teilt sich in vier Bereiche. Akademien, Institute, universitäre Colleges und die eigentlichen Universitäten, von denen es insgesamt 76 Einrichtungen gibt, die sich in staatliche und private Universitäten unterteilen. Universitäre Colleges bilden eine Besonderheit, denn sie sind Teil einer Universität, können aber auch als eigenständige Einrichtung arbeiten. Wer eine Akademie besuchen möchte, hat den Vorteil, dass sich diese in Rumänien auf nur einen Ausbildungsweg konzentriert, wie beispielsweise der Kunst. Aufgeteilt wird das Studienjahr, welches im Oktober beginnt und im Juni endet, in zwei Semester. Deutschen, die in Rumänien studieren möchten, eröffnen sich interessante Möglichkeiten. Denn an den Hochschulen des Landes werden über 70 Studiengänge in deutscher Sprache angeboten. Allerdings sollte man sich erkundigen, ob ein Sprachkurs ratsam oder sogar ein Sprachlernjahr vorgeschrieben ist. Ein Kurs in Rumänisch ist jedoch in jedem Fall ratsam, um sich im Schulbereich und im Land verständigen zu können. Zukünftige Studenten müssen sich an den Hochschulen bewerben. Ein Gremium entscheidet dann über eine Aufnahme. Auch in Rumänien fallen Studiengebühren an. Zwar werden inländische Studenten mit ausländischen gleichgestellt, sodass diese dann rund 500 Euro zahlen müssten, oft werden aber von Hochschulaspiranten aus Westeuropa wesentlich höhere Gebühren verlangt. Dafür sind jedoch die Lebenshaltungskosten erheblich niedriger als in anderen Ländern.